Fahrt nach Kefenrod

Presseerklärung zur Fahrt zu den Windkraftwerken Kefenrod am 12.7.14

 

Warum ging die Fahrt nach Kefenrod, anstatt zum Windpark Hohenahr?

Die Windkraftwerke in Kefenrod sind erst seit ca. sechs Wochen in Betrieb. Das heißt es gibt noch keine Ertragszahlen, sondern nur Prognosen darüber wieviel Wind wehen wird bzw. wieviel Strom produziert werden kann. Ein Besuch in Hohenahr hingegen wäre sehr aufschlussreich gewesen. Der Standort Hohenahr ist mit dem geplanten Butzbacher Standort, Waldlage und Höhe, vergleichbar. Vor einem Jahr waren die Windkraftwerke ebenfalls erst kurz in Betrieb. Die GRÜNEN veranstalteten eine Informationsfahrt nach Hohenahr. Auch bei dieser Fahrt waren Mitglieder der Bürgerinitiative dabei und wurden Zeuge der positiven Prognosen für den Stromertrag und den Gewinn, den die Gemeinde und die Bürger machen würden. Nun hat Hohenahr, gepriesen als einer der besten Windstandorte Hessens, ein Produktionsjahr hinter sich. Die tatsächliche Stromproduktion ist also bekannt und kann der Prognose gegenüber gestellt werden. Der Be­treiber MAINOVA weigert sich zwar Zahlen zu veröffentlicht, aber der Genossenschaftsvor­si­t­zende der Energiege­nos­senschaft Lahn-Dill-Bergland Süd, Herr Schlierbach äußerte sich zur Situation: Der Stromertrag blieb 2013 mit 32% unter der Prognose, also ein Drittel weniger Wind als erhofft. Die 113 Kleinin­vestoren (Bürger) und die Gemeinde Hohenahr haben für 2013 keine Zinsen für ihre Geldanlagen ausgezahlt bekommen. Das kommt einem realen Geldverlust gleich. Der Ertrag wird um weitere 5% sinken, da zum Schutz der Fledermäuse nun Abschaltzeiten auferlegt wurden. Die Stimmung in der Bevölkerung kippt, so Herr Schlier, da die Anlagen in 1400 Metern Abstand doch noch gut zu hören sind. Die zu erwartende Volllaststundenzahl musste auf 1750 bis1900 Std./Jahr nach unten korrigiert werden. Währenddessen rechnen die Investoren Butzbachs weiterhin munter mit 2667 Volllaststunden. Nachzulesen in der Präsentation von Herrn Morber/OVAG gehalten am 18.6.13 in der Hausberghalle in Hochweisel. Der Vortrag steht auf der Internet-Seite der Stadt, man geht von 24 Millionen Kilowattstunden Ertrag pro Jahr aus.

                                                                                                                                                     InSachen Naturschutz wurde am vergangenen Samstag in Kefenrod berichtet, dass der Rotmilan erfolgreich weggefüttert würde. Den Gegenbeweis trat Hubert Jung bereits am 1.7. auf der Informa­tionsveranstaltung für die Stadtverordneten im Bürgerhaus an. Er erläuterte auf Frage eines Stadtverordneten, dass man Rotmilane nicht wegfüttern kann und zeigte ein am Pfingstmontag von ihm aufgenommenes Foto, auf dem ein Rotmilan sehr nah an einem der Windkraftwerke in Kefenrod vorbei fliegt. Der dortige NABU, so Jung, redet sich das schön. Man glaubt, was man glauben will auch wenn man es eigentlich besser weiß.

Auf die Frage wieviel Wald denn für ein WKA und die Zuwegung in Kefenrod gerodet werden musste, antwortete der Referent 9000 Quadratmeter, während in der vor Ort ausgegebenen Werbebroschüre von  3750 Quadratmetern die Rede ist.

Kefenrod 120714 _1814 klein

Kefenrod 120714 _1812 klein