Einwände gegen die Windvorranggebiete 9601 und 9800

Stellungnahmen vom Verein Naturpark Hochtaunus darf nicht sterben e.V.

weitere Argumente für Einwände gegen Windvorranggebiete

- Naherholungsgebiet wird zerstört

- zu geringer Abstand zur Wohnbebauung

- Gefährdung von geschützten Vögeln

- gesundheitliche Gefährdung von Anwohner

Lärm durch Windkraftanlagen

Windkraftanlagen verursachen Lärm durch Rotorflügel-, Antriebs- und Windgeräusche. Die von den Windrädern mechanisch verursachten Geräusche an der Nabe werden mit 103 bis 107 db (A) gemessen. Die Geräusche, verursacht durch hohe Spitzen-Geschwindigkeit der Flügel, werden von Fachleuten mit ca. 120 db (A) bestätigt. Der aerodynamische Lärm besteht aus tiefen, hörbaren, wummernden Tönen, die durch Eintritt der Rotorblätter in Luftschichten unterschiedlicher Dichte, Richtung und Geschwindigkeit, sowie durch Luftverwirbelungen beim Passieren des Mastes entstehen.
Der hessische Wirtschaftsminister  Dieter Posch erklärte kürzlich in einer Rede, dass mehrere Anlagen bei Wind den gleichen Lärm erzeugen können wie eine viel befahrene Straße.

Industrielle Windkraftwerke statt Windmühlenromantik

Die heutigen Windkraftwerke, die mit massivem Lobbydruck gegen die Bevölkerung  durchgesetzt werden, haben nichts mit “Öko” oder gar der “Windmühlenromantik” von früher zu tun. Es sind hochtechnisierte, sehr laute Anlagen mit Höhen bis über 180 Meter, die den Lärm eines startenden Flugzeuges abstrahlen (über 100 Dezibel). 
 
Während jedoch ein Flugzeug wegfliegt und nach wenigen Minuten nicht mehr zu hören ist, stehen diese Anlagen für Jahrzehnte neben dem Wohnhaus, der Pension oder Gaststätte oder dem Naturschutzgebiet und blinken dazu noch Tag und Nacht – demnächst auch an den Flügelspitzen.

Schattenwurf durch Windkraftanlagen

Der Betrieb von Windenergieanlagen verursacht bei Sonne ein sich bewegenden Schlagschatten, welcher bei den Betroffenen ebenfalls zu erheblichen Belästigungen (Konzentrationsstörungen, Nervosität, Kopfschmerzen und Schlafstörungen) führen kann. Der Schattenwurf einer Windkraftanlage ist bei niedrigem Sonnenstand in der Früh und am Abend, im Winter jedoch auch in der Mittagszeit weit festzustellen. Die Reichweite der Schatten ist abhängig von der Breite des Rotorblattes und der Entfernung zur Projektionsfläche. Bei großen WEA muss der Schattenwurf noch in mehr als 1000 Meter berücksichtigt werden.

Sichtimmisionen durch Windkraftanlagen

Die riesigen Anlagen bedrängen die Bürger durch die stete Bewegung der Rotoren. Die Bürger können sich diesen optischen Eindrücken nicht entziehen. Irritationen sind möglich und die Konzentration auf etwas anderes ist nur sehr schwer möglich.
Durch die enorme Höhe müssen die Anlagen auch noch mit blinkenden Signalen für den Luftverkehr befeuert werden. Dies dies bedeutet ebenfalls eine Belästigung in der Nacht für die Betroffenen Bürger.

Krank durch Windkraftanlagen

Wir wissen dies, weil Personen Symptome aufweisen, wenn sie sich für längere Zeit in der Nähe von Windturbinen aufhalten, diese Symptome aber verschwinden, wenn sich die Personen nicht mehr dort aufhalten.
Die Symptome sind Schlafstörungen und Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Tinnitus (Ohrengeräusche), Ohrendruck, Benommenheitsgefühl, Schwindel (spinning dizziness), Übelkeit, verschwommenes Sehvermögen, Tachycardie (Herzrasen), Reizbarkeit, Probleme mit der Konzentration und dem Erinnerungsvermögen, Panikattacken mit einem Gefühl der Bewegung oder Zittern im Körper, die im Wach- und im Schlafzustand aufkommen.
Die  oben beschriebenen Symptome müssen nicht bei allen Menschen auftreten. Jedoch wenn nur ein Teil davon betroffen ist, ist das Grund genug.

Aussage eines Betroffenen:
„Man kann dem Lärm nicht entkommen – es ist wie eine defekte Waschmaschine, ein konstantes Rauschen, Trommeln, Lärm – Du kannst nachts nicht schlafen und dich tagsüber nicht konzentrieren – es ist Folter“;
„Es ist nicht so sehr die Lautstärke, sondern die Art dieses Geräusches. Der Lärm wird mehr gespürt als gehört.“

Minderung der Lebens- und Landschaftsqualität in der Nähe von Windparks

- Horizontverschmutzung in hohem Ausmaß
- Verlust des Kapitals eines unverbauten Ausblicks
- Nachhaltige Auswirkung auf die betroffenen Orte durch permanenten Blick auf 200 m   hohe Windräder
- Geräusch der Rotoren / Infraschall
- Schlagschatten je nach Sonnenstand
- Befeuerung bei Tag und Nacht in weiß und rot
- Gefährdung der Ruhezone des ländlichen Gebiets
- Vernichtung des Naherholungsgebietes
- Fehlen von Prüfung und Abwägung anderer Energiekonzepte wie z.B. Photovoltaik, Biogas, Holzschnitzelanlage,
Blockkraftwerk in Neubaugebieten, Brennstoffzelle, Wärmedämmung
- C-Standort mit geringer Ertragsaussicht (die mittlere Windgeschwindigkeit liegt knapp über der Fördergrenze von 6 m/Sek.)
- Nicht erkennbare Einhaltung des Mindestabstandes von dicht bebauten Gebieten
- Kein Rückbau, d.h. Windkraftanlagen bleiben auf Dauer, werden ausgeweitet mit der Folge weiterer „Schattenkraftwerke“ oder
verfallen zu Industrieruinen
- Einnahmeverlust der Gemeinden durch abwandernde Einwohner (primär finanzstarke Bürger)
- Wertverlust der vorhandenen Immobilien und Mieteinnahmeverluste
- Schädigung der vorhandenen Fauna (seltene Vogelpopulationen, Wildwechsel, Ruheplätze für Zugvögel  befinden sich im direkten Einzugsgebiet der geplanten Windräder)