Probleme der Windkraft

Problem der Speicherung von Strom

Es ist offiziell: Es gibt in den nächsten 10 Jahren keine wirtschaftlich nutzbare Speicherung für Windstrom, und es ist nicht einmal sicher, ob es sie jemals geben wird.

So folgerte ein Artikel in der Stuttgarter Zeitung vom 09.03.2013: „Ohne Speicher gibt es keine Energiewende“ und im „ungewissen positiven Falle, wenn in 10 bis 15 Jahren sinnvolle Speichermöglichkeiten vorhanden sein (sollten), wären die heutigen Windkraftanlagen technisch verschlissen und veraltet“.

Steigende Stromüberproduktion

Die FAZ weist u.a. in einem Bericht vom 10.01.2013 mit dem Titel “Das deutsche Stromnetz läuft über“ auf die Problematik der Überproduktion hin: „Weil der Ökostrom in der Regel dann ins deutsche Netz eingespeist wird, wenn die Erzeugungsbedingungen dafür gut sind – viel Wind, viel Sonne -, kommt es zu unerwünschten Folgen, wie ungeplanten „Exporten“ in Nachbarstaaten und „negativen“ Preisen an der Strombörse, wo der Ökostrom per Saldo verkauft werden muss.“ Das heißt wir bezahlen dafür, dass der Strom abgenommen wird (!)

Nachbarländer wie Polen, Tschechien und die Niederlande sperren bereits ihre Netze. Da das akkumulierte Angebot an Strom über dem Bedarf liegt, ist der weitere Ausbau der zufällig anfallenden Wind- und Sonnenenergie wirtschaftlicher und ökologischer Unsinn.

Außerdem wird unsere sichere Stromversorgung zunehmend gefährdet. Laut Bundesnetz­agentur drohen uns sogar Blackouts. Auch dieses Jahr gab es schon heikle Situationen.

Mangelnde Effizienz der Energieerzeugung durch Erneuerbare

Den Meldungen über installierte Leistungen von Windkraftanlagen steht in Wirklichkeit ein sehr geringer Ertrag gegenüber. Der Auslastungsgrad (Effizienz) für Windkraftanlagen liegt für Hessen bei  ca. 17 %, Windkraftanlagen können aber erst ab 23 % rentabel betrieben werden (vgl. BWE-Kalkulationen). Die finanzielle Differenz wird wieder dem Stromverbraucher aufgebürdet.

Zur sicheren Grundlastversorgung von Industrie und Haushalten müssen ständig Kohle- und Gaskraftwerke in unwirtschaftlicher Teillast nebenher laufen. Also weitersteigende Strompreise und mehr CO2-Ausstoß.

Negative CO2-Bilanz

Wissen Sie, dass durch die Waldrodung für eine WKA mehr gespeichertes CO2/Jahr frei wird, als eine WKA jährlich einsparen kann? Der Wald ist mit einer jährlichen Senkenleistung von 10 t CO2 pro Hektar, die bedeutendste Kohlenstoffsenke Deutschlands.

Demgegenüber steht das jährliche Einsparpotenzial einer WKA von ca. 5 – 8 t CO2, ohne Berücksichtigung des bei der Herstellung des WKA freiwerdenden CO2!

Wenn die OVAG also behauptet, dass durch die drei geplanten WKAs etwa 14.000 Tonnen klimaschädlicher CO2-Emissionen vermieden werden, ist dies schlicht eine Milchmädchen-Rechnung.

Die Emission alleine ist aber noch kein geeigneter Maßstab, um etwas über die Klimaschädlichkeit der Windkraft sagen zu können, sondern man muss alle Anteile betrachten, die bei dem Betrieb insgesamt eine Rolle spielen. Die CO2-Bilanz fällt negativ aus, d. h. es wird global durch den Betrieb von Windkraftanlagen mehr CO2 erzeugt als ohne WKAs. Es gilt das, was der Spiegel in 43/2013 schrieb: „Sämtliche Windräder und Solaranlagen Deutschlands haben noch kein einziges Gramm CO2 eingespart.“ Dass wir jetzt schon das zweite Jahr erhöhte CO2-Emissionen haben untermauert diese Feststellung.

Der größte Anteil an den Emissionen von CO2 kommt dadurch zustande, dass bei fehlender Sonneneinstrahlung und Windstille fast der gesamte Strom konventionell erzeugt werden muss. Ein konventioneller Kraftwerkspark bleibt deshalb unverzichtbar. Doch viele der konventionellen Kraftwerke laufen (vernünftigerweise) mit Minimalleistung weiter, auch wenn ausreichend EE-Strom zur Verfügung steht, anstatt sie für eine kurze Zeitspanne verschleißintensiv und unwirtschaftlich abzuschalten.

Kapitalvernichtung durch Windkraft

Für eine WKA der neuen Generation mit einer Gesamthöhe von ca. 200 m werden inkl. der Zuwegung ca. 15.000 m² Wald gerodet. Davon bleiben etwa 7.000 m² Fläche dauerhaft verdichtet und ohne Bepflanzung. Waldwegradien werden aufgehauen, Wege gebaut oder verbreitert und geschottert. Die Wege müssen ganzjährig, auch bei Schneelagen, befahrbar sein. Und davon haben wir reichlich zwischen Münster, Bodenrod und der Oes.

Für ein Fundament wird 20 Meter tief Waldboden ausgehoben,  1.500 m³ Beton und 180 t Stahl im Erdreich versenkt (200 LKW-Ladungen), die erfahrungsgemäß nie mehr entfernt werden. Auch hier wird CO2 produziert. Es entstehen im Wald Hunderte von Metern offener Ränder, die Angriffsflächen für Sturm, Käfer und Sonnenbrand sind. Tausende Hektar Waldumwandlung werden so zur Initialzündung für eine nie gekannte forstliche Kapitalvernichtung.

Lärm und Gefährdung der Gesundheit

Prof. Dr. Rainer Mausfeld, Uni Kiel, Dept. Psychologie, hat die Auswirkungen von periodischem Lärm auf den Menschen beschrieben: „Das für die Stressforschung neue Problem liegt darin, dass es sich um minimale Effekte handelt, die sich erst durch eine Dauereinwirkung zu wirklichen Schädigungen akkumulieren können. Hinzu kommt noch ein anderer psychologischer Effekt, der bei einer kurzzeitigen Darbietung an unbeteiligte Versuchspersonen ganz entfällt, nämlich die Unausweichlichkeit der Situation. Der Effekt liegt in der Erhöhung eines leichten Dauerstresses, der bestehende gesundheitliche Probleme – wie Herz-Kreislaufprobleme – verstärken kann. Periodischer Schall wird zu einem großen Problem und ist für die Betroffenen möglicherweise mit gravierenden gesundheitlichen Folgen verbunden.“

Was seitens der Genehmigungsbehörden nicht berücksichtigt wird, ist die gesundheitliche Problematik des nicht hörbaren, langwelligen Infraschalls, der selbst Gebäude durchdringt und sich innerhalb von Räumen, aber auch im menschlichen Körper, durch Resonanzerscheinungen noch verstärken kann.

International anerkannte Studien belegen, dass durch Infraschalleinwirkung Störungen im Befinden von Menschen (wie auch Tieren) auftreten, die zu Herzrhythmusstörungen, Schlafstörungen, Depressionen, Angstzuständen und erheblichen neuro-physiologischen und psychischen Beeinträchtigungen führen können.

Dieser Effekt ist unumstritten: Zur Spannungssteigerung in Dolby-Surround-Kinos und Diskotheken wird Infraschall erfolgreich eingesetzt!

Es existiert eine Fülle an Erfahrungsberichten von WKA-Anwohnern, die ein erschreckendes Maß an chronischen Leiden dokumentieren.

Nach Art. 2 Satz 2 des Grundgesetzes ist der Staat für die Unversehrtheit seiner Bürger in der Pflicht: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. …“

Mit gutem Grund empfiehlt das Robert-Koch-Institut: 2000 Meter Mindestabstand.

Bitte stimmen Sie gegen den Bau von Windkraftanlagen in der Nähe von Besiedlungen. Allein die unsichere Erkenntnislage ist Grund genug.

1000 Meter Abstand sind zu wenig. Das Jugendheim Hubertus liegt sogar nur ca. 600 Meter entfernt, die Wochenendhäuser in Weiperfelden ca. 800 und Espa ebenfalls ca. 600  Meter von den geplanten Standorten entfernt. Noch gar nicht berücksichtigt wurde, dass das WE-Gebiet von Espa vor einem Jahr in ein Wohngebiet umgewandelt wurde, hier also mindestens die 1000 Meter einzuhalten sind.

Entwertung von Grundstücken

Maklerprogramme zur Bewertung von Immobilien berechnen zwischen 5 – 30 % an Wertminderung, wenn eine Windkraftanlage oder ein Windpark unter 2500 m Entfernung zum Haus liegt. In schwerwiegenden Fällen geht der Wertverlust bis zur Unverkäuflichkeit.Die Filetstücke in Bodenrod an der Reichweinstraße beispielsweise, Wert insgesamt 430 Tausend Euro, wären im Falle des Baus der Windkraftanlagen unverkäuflich. Interessenten haben bereits einen Rückzug gemacht. Mit weiterem Zuzug von Familien nach Bodenrod bräuchte man nicht mehr zu rechnen.

Missachtung von Artenschutz und Tötungsverbot

Zeigen Sie den Menschen, dass Sie den Artikel 20a Grundgesetz respektieren. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof stellt in seinem Beschluss vom 14. Mai 2012 den Artikel 20a als öffentlichen Belang klar über das Interesse eines Windkraftinvestors. Genauso lehnt das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig mit Urteil vom 27.06.2013 zwei WKA ab, weil Gründe des Artenschutzes als öffentlicher Belang entgegenstehen. Es greift das Tötungsverbot nach § 44 Abs. 1 Nr.1 Bundesnaturschutzgesetz. Denn nachweislich sterben Vögel und Fledermäuse durch Windkraftanlagen.Das vom Investor in Auftrag gegebene avifaunistische Gutachten liegt leider noch nicht vor. Aber wir können Ihnen schon berichten, dass von den Anwohnern der umliegenden Ortschaften u.a. folgende strenggeschützte Vogelarten über dem WKA-Gebiet gesichtet wurden: Rotmilane, Graureiher und Kraniche im Zug. Besonders im angrenzenden Isseltal hat mittlerweile der Schwarzstorch und der Uhu ein zuhause gefunden. Zu gegebener Zeit können die Beobachtungen und Aufzeichnungen unserer Naturgruppe gerne von Ihnen eingesehen werden. Noch im avifaunistischen Gutachten 2004 hatte unser Wald in Bezug auf die Frage nach Konfliktpotenzial zwischen WKA und seltenen Tieren die höchste Stufe (4). Das heißt, der Bau von Windkraftanlagen in unserem Wald war absolut ausgeschlossen. Warum dieser Status geändert wurde ist unbekannt.Dieser Wald bietet vielen seltenen Tieren ein Zuhause. Nicht grundlos wurde das Isseltal und die Isselquelle ausgewählt, um mit 300 Tausend Euro die Feuchtgebiete und den Bachlauf zu renaturieren, handelt es sich doch um ein Naturdenkmal Butzbachs. Ein einzigartiges Biotop, das somit unterstützt wird, um seltenen Tieren, wie dem Schwarzstorch eine Heimat zu bieten. Die letzten Bagger waren gerade weg, da wird im Jahre Null nach der Maßnahme per Gutachten eine Bestandsaufnahme der Vogel- und Tierwelt für den Bau von Windkraftanlagen gemacht?

Konsequenzen derzeitiger Politik

Wenn das angestrebte Ziel für Windstrom in Deutschland mit 60.000 WKA (heute ca. 24.000 WKA und mit 7,3 % am Strommix beteiligt) umgesetzt würde, hätten wir ca. alle 8 km einen Windpark. Egal wo Sie stehen, Sie sehen in allen Himmelsrichtungen Windräder!10 % Windstromgewinnung wird das Land mit der dadurch notwendigen Infrastruktur in einen gigantischen Industriepark verwandeln, mit ungewissen Auswirkungen für Mensch und Natur und ohne einen sicheren Beitrag zur Stromversorgung zu leisten. Unser Landschaftskapital wäre über Generationen sinnlos vergeudet.