Rede zur Übergabe der Unterschriftenliste

Sehr geehrter Herr Merle, liebe Anwesende,

die Bürgerinitiative Gegenwind im Taunus überreicht Ihnen, Herr Bürger­meister, heute eine Unterschriftenliste besorgter Bürgerinnen und Bürger, mit der sie deutlich machen, dass sie mit dem Bau von Windkraftanlagen im Butzbacher Wald nicht einverstanden sind!

­­­1632 Unterschriften sind die ZWISCHENBILANZ, Herr Merle, nur die Zwischen­bilanz, die wir Ihnen hiermit überreichen.

Denn Sie werden, für alle überraschend, am 6. Mai der Stadtverordneten­versammlung Ihren Erwei­terungs­plan für das Windvor­rang­gebiet im Wald, zur Abstimmung vorlegen.

Im Namen der Unterzeichner der Petition fordere ich Sie und die Stadt­verord­­neten­ auf, dem mutigen und notwendigen Beispiel der Nach­bar­gemeinden Mün­zen­berg, Rockenberg, Wölfersheim und jetzt auch Fried­berg zu folgen und vom Bau von Windkraftanlagen im Wald ganz ab zu sehen.

Zu bewohnten Häusern ist eine größerer Distanz einzu­halten: 1500 Meter.

Das ist der richtige Schritt in die richtige Richtung. So klingt die Stellungnahme des Rockenberger Bürger­meister Wetz – Hut ab und Dank den mutigen Poli­tikern!

Eine Zwischenbilanz auch bezügl. des von Ihnen propa­gierten und dann mit Füssen getretenen Offenen Dialogs:

In mehreren Gesprächen mit der Bürgerinitiative, Herr Merle, zuletzt vorige Woche, im Rahmen der Ausschuss­sitzung, wollten Sie nicht zum aktuellen Stand der Plan­ung Stellung nehmen.

Von Bürgermeister Häuser aus Bad Nauheim, der seine eigene Gemeinde übrigens lieber mit Windkraftanlagen verschont, denn dort passt es nicht ins Landschaftsbild, mussten wir nun erfahren, dass Sie planen die Anlagen 2015 zu bauen.

Daraus ergibt sich, dass Sie die Genehmigungsanträge schon sehr bald beim RP Darmstadt einreichen müssen.

Das bedeutet, dass Ihnen die Ermittlung der Windvor­rang­gebiete, die Feststellung des Landesentwicklungs­planes (LEP) völlig egal sind!

Sie gehen aufs Ganze und wollen noch schnell, bevor es vielleicht künftig nicht mehr erlaubt sein wird, Wind­kraft­anlagen in unserem Wald bauen lassen.

Sie verzichten sogar auf eine Windmessung!

Die Vertrauensbasis, Herr Merle, ist nachhaltig gestört!

Auch haben Sie zugesagt, das avifaunistische Gutachten der Bürgerinitiative und anderen Interessengruppen, nach Erhalt zur Verfügung zu stellen.

Seit Ende November antworten Sie uns immer wieder, dass es Ihnen noch nicht vorliegt.

Das Ergebnis dieses Gutachtens ist Ihnen allerdings längst bekannt, und Sie könnten das Gutachten beim Investor anfordern, wenn Ihnen am aufrichtigen Umgang mit den Bürgern gelegen wäre.

Daher möchte ich Sie nun bitten, die der Bürgerinitiative mehrfach gemachte Zusage, ein gemeinsam gestaltetes BÜRGERFORUM abzuhalten, bevor Sie den Ge­neh­mi­gungs­antrag den Stadtverordneten zur Ab­stimmung vorlegen, hier und jetzt und öffentlich zu bestä­tigen.

Die ENERGIEWENDE, die wir befürworten, verliert derzeit von Monat zu Monat an Akzeptanz. Sie ist in 2 Jahren um 7% gesunken, nämlich von 63 auf 56% der Bevölkerung.

Gegen den Willen der Bevölkerung, Bergkämme und Wälder Deutschlands abzuholzen, um Windkraftanlagen zu bauen, bedeutet die ENERGIEWENDE an die Wand zu fahren.   Sie machen sich mitschuldig.

Seien Sie ganz gewiss: Der Widerstand gegen diese Zer­störung unseres Waldes geht weiter! HIER  LOKAL werden wir alle Mittel ausschöpfen, ALLE.

Ich möchte mit einem Zitat von Berthold Brecht schließen:

Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

Werden Sie nicht zum Handlanger fehlgeleiteter, konzept­loser Politik von Bund und Land. Viele Ihrer Kollegen machen es Ihnen vor!

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